
Die ATEX Richtlinie 94/9 EG wurde am 01.03.1996 eingeführt und ist nach dem Ende der Übergangsfrist seit dem 01.07.2003 zur rechtsverbindlichen Explosionsschutzrichtlinie für alle EU Mitgliedsstaaten geworden. Diese EU Richtlinie ist in nationales Recht durch das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz GPSG umgesetzt.
Abfüllanlagen werden zu einem großen Teil in Produktionen, in denen explosive Dämpfe und Gase entstehen, eingesetzt. Dies bedeutet, dass ein hohes Maß an Sicherheit innerhalb der Anlagen gewährleistet sein muss, um die Entzündung dieser explosionsfähigen Atmosphären zu vermeiden.
Die Fa. Feige als Hersteller von Abfüllanlagen für flüssige und pastöse Produkte in Gebinde von 5 - 1000 Liter, baut die Anlagen für den Einsatz im explosionsfähigen Bereich nach der Einstufung Ex II B T3 oder T4, die die meisten Anwendungen abdeckt.
Eine Abfüllanlage besteht aus einer Vielzahl von elektrischen und mechanischen Bauteilen, die zu einer Maschine zusammengefügt werden. Die elektrischen Bauteile werden, wie bereits in der Vergangenheit, von Benannten Stellen wie z.B. PTB oder TÜV geprüft und mit einer Herstellererklärung an Fa. Feige geliefert.
Nach der Richtlinie 94/9 EG werden heute ebenfalls die nichtelektrischen Bauteile bewertet und auf potenzielle Zündquellen überprüft.
Die Zündung kann durch elektrostatische Entladungsvorgänge, durch Reibung, Schlag, heiße Oberflächen und adiabatische Verdichtung entstehen.
Die Fa. Feige hat die mechanischen Bauteile seiner Anlagen unter Anwendung einschlägiger Normen, technischer Regeln und Vorschriften untersucht und beurteilt.
Die Beurteilungsunterlagen wurden erstellt und an eine Benannte Stelle zur Hinterlegung übermittelt. Die Qualitätssicherung und die interne Fertigungskontrolle der Fa. Feige überprüfen den Prozess während des Anlagenbaus.
Somit besteht eine Abfüllanlage aus dem Hause Feige aus elektrischen und mechanischen Bauteilen von Unterlieferanten mit Herstellererklärungen und aus beurteilten mechanischen und elektrischen Bauteilen von Feige Filling.
Die Gesamtanlage erhält nach der Prüfung der elektrischen Sicherheit und der Ex- Prüfung das CE Zeichen.
Alle Abfüllanlagen der Feige Filling werden im Werk komplett montiert und getestet. Die Prüfungen an den Anlagen werden durchgeführt und die Abnahmeprotokolle erstellt.
Da ein Großteil der komplexeren Anlagen für den Transport zum Endkunden wieder demontiert werden, konnte das CE Zeichen erst nach dem Wiederaufbau, der Verlegung der Elektrokabel beim Endkunden und nach wiederholter Prüfung der elektrische Sicherheit nach EN 60204 und der Ex- Prüfung nach EN 60079-14 der Anlage angebracht werden.
Dazu war qualifiziertes Fachpersonal, welches speziell für die Abnahmen beim Endkunden anreisen musste, notwendig. Um diese Kosten und eventuelle Unregelmäßigkeiten beim Kunden vor Ort zu vermeiden entstand der Gedanke, Abfüllanlagen so zu gestalten, dass eine montierte Anlage nicht wieder demontiert werden muss. Die Anforderung, eine kompakte elektrische und pneumatische Steuerung für komplexere Anlagen zu bauen, wurde deutlich.
Somit entwickelten die Spezialisten für Abfülltechnik aus dem Norden die Abfüllmaschinen Typenreihe 30 in der das neue Steuerungskonzept konsequent umgesetzt wird.
Mit der Baureihe 30 können sämtliche Gebindearten wie z.B. Eimer, Kanister, Fässer und IBC`s automatisch befüllt werden. Die zuerst entwickelte Maschine ist der Fassfüllautomat vom Typ 32 „Plug & Fill", der nach dem Aufstellen, dem Luft- und Stromanschluss unmittelbar in Betrieb genommen werden kann.
Der Schaltschrank ist fremdbelüftet (EEx p) und somit zum Betrieb der Anlage zum automatischen Positionieren, Aufschrauben und eichgenauen Befüllen handelsüblicher 200l Kunststoff- und Stahlfässer im Ex- Bereich geeignet.
Trotz der kompakten Bauweise der Maschine sind eine Vielzahl von Zusätzen wie z.B. Inertisierungseinrichtung, Befüllung von 50l Gebinden, Auffangwanne und Spundlochabsaugung möglich.
Eine weitere Abfüllmaschine der Baureihe ist der Eimer- oder Kanisterfüllautomat Typ 34 „Plug & Fill, der nach kürzester Installationszeit von ca. einem halben Tag mit dem Arbeitseinsatz beginnen kann. Die Kompaktmaschine zur Eimerbefüllung positioniert, befüllt und deckelt die Gebinde automatisch. Es können Eimer von 2,5 - 30 kg befüllt werden.
Die Ausführungsvariante zur Kanisterbefüllung positioniert, befüllt und verschließt die Kanister mit Schraubkappen.
Last but not least ist der Palettenfüllautomat Typ 37 „Plug & Fill", der ebenfalls nach schneller Montage die automatische Abfüllung von 20-1000l Gebinden (Eimer, Kanister, Hubbocks, Fässer und IBC`s), die auf Paletten angeordnet sind, übernimmt. Die Palettenzu- und abführung auf einem Fördersystem, die Positionierung und die eichgenaue Befüllung übernimmt die Maschine selbständig.
Alle Abfüllmaschinen der Typenreihe 30 können als Überspiegel-, Unterspundloch- oder Unterspiegel-Abfüllanlage ausgeführt werden. Beim Einsatz der Überspiegel- und Unterspundlochbefüllung im Ex-Bereich müssen zusätzliche Maßnahmen, die vom Anwendungsfall abhängen, getroffen werden wie z.B.:
- Inertisierung (Verdrängung des zündfähigen Sauerstoff- Gasgemisches im Gebinde)
- Reduzierung der Füllgeschwindigkeit
Nach der erfolgreichen Installation der neuen Abfüllanlage in Ex- Bereich darf jedoch nicht vergessen werden, dass die in der Betriebssicherheitsverordnung umgesetzte EN Richtlinie 99/92 eine regelmäßige Überprüfung für überwachungspflichtige Anlagen mit einer maximalen Prüffrist von 3 Jahren vorsieht.
Diese Wiederholungsprüfungen werden von der Fa. Feige über den Kundendienst angeboten. Aber nicht nur die gesetzlichen Nachprüfungen, sondern auch die regelmäßige Inspektion und Wartung der Anlagen wird empfohlen, da auf diese Weise frühzeitig Mängel an den Anlagen erkannt und sofort behoben werden.
Dadurch genießt der Betreiber einen sicheren Betrieb der Anlage und wird automatisch durch den Feige Service auf die Nachprüfungen hingewiesen.
Die ATEX Richtlinie 94/9 EG hat den Bau und den Betrieb von Abfüllanlagen im explosionsgefährdeten Bereich eindeutig verändert. Diese Veränderungen haben bei Feige Filling zur Entwicklung einer neuen Maschinenreihe geführt, um dem Kunden den gleichen Nutzen zu gleich gebliebenen Gesamtkosten anbieten zu können.